GRUNDBEGRIFFE DER MAHARISHI VEDISCHEN MEDIZIN:

"Veda" - die Intelligenz der Natur

Der Begriff "Veda" liefert den Schlüssel für das Verständnis der Vedischen Medizin, einschließlich des Ayurveda. Er wird leider oft missverstanden und auf das Bücherwissen der Vedischen Schriften reduziert.

Theoretisches Konzept:

Maharishi Vedische Wissenschaft,
ein neues Wissen für eine neue Zeit

Die "Objektivität" ist nur ein Aspekt der Natur

Die Basis unserer modernen Naturwissenschaft ist aus einem dynamischen Wechselspiel zwischen der sog. objektiven Welt, wie sie uns umgibt, und dem subjektiven menschlichen Bewusstsein hervorgegangen. Diese so gegensätzlich erscheinenden Aspekte, auf die Descartes schon im 17. Jahrhundert hingewiesen hat, bilden im Prinzip eine Ganzheit. Werner Heisenberg hat dies u.a. so ausgedrückt: "Die Naturwissenschaft beschreibt und erklärt die Natur nicht einfach so, wie sie 'an sich' ist, sie ist vielmehr ein Teil des Wechselspiels zwischen der Natur und uns selbst ... Was wir beobachten, ist nicht die Natur selbst, sondern die Natur, die unserer Art der Fragestellung ausgesetzt ist."

Unterschiede im naturwissenschaftlichen Modell:
Das unbegrenzte Feld und das isolierte Teilchen

Das Universum ist zusammengesetzt aus isolierten Teilchen und Kräften. So sieht es die klassische Physik. Ein isoliertes Teilchen ist ein angeregter Zustand eines zugrunde liegenden Feldes - so beschreibt die Quantenphysik das Universum als ein vernetztes System unterschiedlicher Manifestationen eines "Einheitlichen Feldes".

Die Tatsache, dass wir in der Lage sind, über mehrere tausend Kilometer eine Radiosendung zu hören, die von einem Sender ausgestrahlt wird, erklärt die Physik mit der Beschreibung eines elektromagnetischen Feldes. Durch Aktivierung an einer Stelle wird der Impuls im ganzen Feld weitergeleitet und kann mit einem Radiogerät empfangen werden.

Die Einführung von sog. "Feldtheorien" in der Physik ist eine Voraussetzung, um bestimmte grundlegende Phänomene der Natur beschreiben zu können.
 

Einheitliche Feldtheorien der modernen Quantenphysik

Die Naturwissenschaft war von Anfang an bemüht, eine "Urformel", wie Einstein es ausdrückte, zu entwickeln, mit deren Hilfe alle Phänomene der Natur beschrieben werden können. Gerade in den letzten Jahren kam die moderne Physik diesem Ziel durch die Ausarbeitung der "Einheitlichen Feldtheorien" (Superstringtheorie) näher, die als Grundlage aller gesetzmäßig ablaufenden Prozesse und Manifestationen in der Natur ein abstraktes Feld postulieren, das in sich die dafür notwendige unendliche Energie und Intelligenz beinhaltet.

In der jahrtausendealten Vedischen Wissenschaft wird dieses Feld reiner Intelligenz zugleich als der Grundzustand des menschlichen Bewusstseins beschrieben.
 

Die Ganzheit des Lebens kann nicht ausschließlich intellektuell erforscht,
sondern muss subjektiv erfahren werden.

"Die Menschen machen weite Reisen, um zu staunen über die Höhe der Berge, über die riesigen Wellen des Meeres, über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans und über die Kreisbewegung der Sterne. An sich selbst aber gehen sie achtlos vorbei." (Augustinus)
 
Die Objektivität der modernen Naturwissenschaft hat zu einer Einseitigkeit in der Naturbeschreibung geführt. Das Mess- und Wägbare wurde in den Vordergrund gestellt, alles Immaterielle, Geistige wurde für unwissenschaftlich und damit für unbedeutend erklärt.

Die Vedische Wissenschaft beinhaltet das älteste Wissen über die Mechanismen der Natur. Durch Seine Heiligkeit Maharishi Mahesh Yogi wurde dieses Wissen neu belebt und zu den neuesten Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaft in Beziehung gesetzt.

Maharishi Vedische Wissenschaft
die Wissenschaft des Bewusstseins
 


Bewusstsein ist der grundlegende Zustand des Lebens. Durch die inhärenten Qualitäten ist Bewusstsein sich selbst bewusst. Die BEWUSST-WERDUNG bzw. WAHR-NEHMUNG ist folglich 
der elementarste Lebensprozess.

Im Bewusstwerdungsprozess können intellektuell 3 Qualitäten des Bewusstseins unterschieden werden:

  • Der Beobachter, bzw. das Subjekt, das sich eines Wahrnehmungsobjekts bewusst wird,
  • der Beobachtungsgegenstand, bzw. das Objekt, dessen sich der Beobachter bewusst wird und
  • der Vorgang der Beobachtung bzw. Bewusstwerdung, die Interaktion zwischen Subjekt und Objekt.
Diese 3 Qualitäten werden in Maharishi Vedischer Wissenschaft als "Rishi", "Chhandas" und "Devata" bezeichnet. Das Bewusstsein in seiner Ganzheit wird "Samhita" genannt.

Maharishi Vedische Wissenschaft beschreibt die Grundstruktur des Lebens als ein intellektuelles Paradoxon: Einheit und Vielfalt existieren gleichzeitig; die Einheit des Bewusstseins und die Vielfalt der 3 Qualitäten, die durch den Bewusstwerdungsprozess entstehen (Subjekt, Objekt und Interaktion) sind wie die zwei Seiten einer Münze (3 in 1 Struktur).

Die Vedische Wissenschaft unterscheidet zwischen zwei Zustandsformen des Bewusstseins:

  • Selbstbezogenes Bewusstsein, d.h. das Bewusstsein ist sich seiner selbst bewusst; Subjekt und Objekt sind eins. Dies ist der nicht-angeregte Grundzustand des Bewusstseins.

  • Objektbezogenes Bewusstsein, d.h. das Bewusstsein ist sich eines Objektes bewusst; Subjekt und Objekt sind verschieden. Dies ist der angeregte Zustand des Bewusstseins.
Aus den verschiedenen Interaktionen des Bewusstseins mit sich selbst - in sich selbst, entstehen die verschiedenen Ausdrucksformen des Bewusstseins: das Ego, der Intellekt, der Geist, die Sinne, bis hin zu den materiellen Ausdrucksformen der Sinnesobjekte. Bewusstsein ist daher das primäre, grundlegende Element des Lebens, die Materie sein sekundärer Ausdruck. Alle materiellen Veränderungen haben ihren Ursprung im Grundzustand des Bewusstseins - Samhita von Rishi, Devata und Chhandas, bzw. Yoga - dem Zustand der Einheit.
 

Die 40 Aspekte der Vedischen Literatur - 
die 40 Qualitäten des Bewusstseins

Dieser Grundzustand des Bewusstseins enthält in Samenform die verschiedenen Qualitäten reiner Intelligenz - die Naturgesetze - die für den Aufbau der verschiedenen Strukturen des Universums verantwortlich sind. Diese grundlegende Intelligenzebene wird als "Veda" bezeichnet, die verschiedenen Qualitäten der Intelligenz (Intelligenzmuster) werden in der Vedischen Literatur ausgearbeitet. Die 4 Veden und die 36 Aspekte der Vedischen Literatur drücken folgende Qualitäten aus:

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1. Die 4 Veden: Rik Ved - ganzheitlich, dynamische Stille; Sama Ved - in sich fließende Wachheit; Yajur Ved - sich darbringend, erschaffend; Atharva Ved - in sich vibrierende Ganzheit;

2. Die 6 Vedangas: Shiksha - sich ausdrückend; Kalpa - sich transformierend; Vyakaran - sich ausdehnend; Nirukt - selbst-rückbezüglich; Chhand - sich messend und quantifizierend; Jyotish - allwissend;

3. Die 6 Upangas: Nyaya - sich unterscheidend und enterscheidend; Vaisheshik - sich spezifizierend; Samkhya - aufzählend; Yoga - einend; Karma Mimamsa - sich analysierend; Vedanta - das dynamische Absolute (gelebte Ganzheit, Ich-heit oder Sein);

4. Die 6 Upa-Vedas: Gandharva-Veda - integrierend und harmonisierend; Dhanur-Veda - in sich unbesiegbar und voranschreitend; Sthapatya-Veda - formgebend und sich etablierend; Harita Samhita - sich ernährend und nährend; Bhel Samhita - sich differenzierend; Kashyap Samhita - Gleichwertigkeit;

5. Die 6 Samhitas des Ayurveda: Charak Samhita - sich ausgleichend, zusammenhaltend und unterstützend; Sushrut Samhita - sich aufteilend und trennend; Vagbhatt Samhita - mit sich kommunizierend und redegewandt; Madhav Nidan Samhita - sich diagnostizierend; Sharngadhar Samhita - synthetisierend; Bhava-Prakash-Samhita - sich erleuchtend;

6. Die 6 Brahmanas: Upanishad - sich transzendierend; Aranyak - sich anregend; Brahmana - sich strukturierend; Itihas - sich als Gesamtheit entfaltend; Puran - ewig und uralt; Smriti - sich erinnernd;

7. Die 6 Pratishakhyas: Rik Veda Pratishakhya - alldurchdringende Ganzheit; Shukl-Yajur-Veda Pratishakhya - zur Ruhe kommend, sich verteilend und ausbreitend; Atharva Veda Pratishakya - sich entfaltend; Atharva Veda Pratishakhya (Chaturadhyayi) - sich auflösend; Krishn-Yajur-Veda Pratishakhya (Taittiriya) - allgegenwärtig; Sama Veda Pratishakhya (Pushpa Sutram) - ihre Teile auflösend, sich jedoch als Ganzheit offenbarend.

 

"Traditionell wird der Veda und die Vedische Literatur als das gesamte Wissen vom Leben und von der Schöpfung angesehen. Veda und Vedische Literatur sind in den Vedischen Familien durch Jahrtausende in mündlicher Tradition weitergegeben und später auch in Buchform aufgezeichnet worden. Viele Kommentatoren haben im Laufe der Jahrhunderte die Vedische Literatur aus den unterschiedlichsten Perspektiven betrachtet, je nach ihren Interessen, ihrem Wissensstand, ihrer Erfahrung und Einsicht.

In den letzten 37 Jahren ist das allumfassende Wissen vom Veda, seine strukturierende Dynamik in der Vedischen Literatur sowie sein unbegrenztes Organisationsvermögen von Maharishi Mahesh Yogi in seiner universellen Vollständigkeit neu entdeckt und systematisiert worden. Maharishi hat die ungeschaffene und ewige Natur des Veda als Fluktuationen in der unendlich stillen und zugleich unendlich dynamischen Struktur reinen Bewusstseins erklärt. Er hat die selbst- rückbezügliche, unüberwindliche Struktur des Veda entdeckt, die in sich selbst eine perfekte Sequenzstruktur aus Silben und Silbenzwischenräumen - den ungeschaffenen Kommentar zu sich selbst - enthält.

Maharishi beschreibt den Rik-Veda als die Gesamtsumme aller Naturgesetze und erklärt, dass sein Strukturgefüge demjenigen aller Naturgesetze entspricht. Sie sind der Ursprung aller Ausdrucksformen und Gesetzmäßigkeiten in der gesamten Schöpfung von der Ebene der Quantenmechanik bis hin zu allen manifesten Schichten, von den Elementarteilchen zu den Atomen, Zellen, biologischen Systemen bis hin zum planetarischen und kosmischen Leben und dem ganzen Universum." 
(Dr. Tony Nader, Der menschliche Körper als Ausdruck des Veda und der Vedischen Literatur, siehe Literaturhinweis)

Die praktische Konsequenz dieses neuen Ansatzes Maharishi Vedischer Wissenschaft bedeutet: der Ordnungszustand auf materieller Ebene setzt einen Ordnungszustand auf spiritueller Ebene voraus. Eine harmonische, gesunde Beziehung zu unserem Selbst (= Atma, dem Grundzustand unseres Bewusstseins), ist die Voraussetzung für eine harmonische, gesunde Beziehung zu unserem Körper und zu unserer Umwelt. Die Vedischen "Urklänge" bilden somit den Bauplan für die materiellen Strukturen, angefangen von unserem Körper bis hin zum gesamten Universum (der Rik-Veda wird auch als "Konstitution des Universums" - als Gesamtheit aller Naturgesetze beschrieben).

Mit diesem wissenschaftlichen Bewusstseins-Konzept bringen wir die Ganzheitlichkeit des Lebens an die zentrale Stelle unserer naturwissenschaftlichen, schulmedizinischen Betrachtungen zurück und vollziehen damit auch in der Medizin den Entwicklungsschritt der Physik - von der klassischen hin zur Quantenphysik, von der Körper- und Organmedizin hin zur Quantenmedizin.

Zusammenfassung:

"Veda" bedeutet "reines Wissen". Dieses Wissen wird auch als "Apaurusheya" bezeichnet, d.h. nicht vom Menschen geschaffen. Der Veda ist der Plan der Schöpfung, er enthält in Samenform alle Naturgesetze und ist sozusagen die "Verfassung des Universums". Seine Heiligkeit Maharishi Mahesh Yogi, ein führender Vedischer Gelehrter, konnte aufzeigen, dass der Veda eine strenge gesetzmäßige Struktur aufweist und sich darin selbst kommentiert (Apaurusheya Bhashya).

Die 4 Veden und die 36 Aspekte der Vedischen Literatur stimmen genau in Funktion und Struktur mit dem neuroanatomischen Aufbau unseres Körpers überein (Tony Nader, 1993). Die Entdeckung des Veda in der menschlichen Physiologie ist eine bahnbrechende Erkenntnis, deren Bedeutung heute noch gar nicht abgeschätzt werden kann. Der Ayur-Veda ist als Upa-Veda dem Veda zugeordnet - an der Nahtstelle zwischen Bewusstsein und Materie.

Mit diesem ganzheitlichen Wissen der Maharishi Vedischen Wissenschaft und Maharishi Vedischen Medizin ist es möglich das gesamte kreative Potential jedes Menschen zu entfalten, sowie perfekte Gesundheit für den einzelnen Menschen und eine krankheitsfreie Gesellschaft zu verwirklichen - eine friedliche Welt, den Himmel auf Erden.